HERR VOGEL UND ICH KOMMEN ZU KEINEM ERGEBNIS

Am 29. April 2013 reiste ich nach Berlin um Hans-Jörg Vogel zu treffen. Ungewiss darüber wie ich mir einen Kryptozoologen vorstellen sollte und wer mich schließlich um 11 Uhr an einem Montagvormittag in Berlin-Pankow erwarten würde, fuhr ich also in Richtung seiner Heimadresse. Nach zwei vergeblichen Kontaktversuchen zu zwei deutschen Kryptozoologen, lag all meine Hoffnung in dem Treffen mit Herrn Vogel, dessen Kontaktdaten ich zuletzt bekam und der der dritte von drei deutschen Grenzwissenschaftlern ist, welche die Forschung im Bereich der Kryptozoologie ernsthaft oder zumindest mit einem hohen Grad an Ernsthaftigkeit betreiben. Mit einem freundlichen Lächeln lud mich Herr Vogel in seine Neubau-Wohnung, die zunächst gar nichts Kryptisches an sich hatte. Wir setzten uns in sein Wohnzimmer, sprachen einige Stunden und tranken wohl schmeckenden Filterkaffee. Herr Vogel ist ein ordnungsliebender Mensch. Die Wohnung war sehr aufgeräumt und wirkte in ihrer Sauberkeit beinahe schon unbewohnt. Das Badezimmer erschien mir besonders suspekt, dort fand ich nur ein Handtuch, wie als Alibi getarnt über der Heizung liegen. Im Wohnzimmer war ich von der Tatsache, dass ich keine Bilder von Yeti-Zeichnungen oder anderen Kryptiden an der Wand finden konnte, beinahe enttäuscht. Das Gefühl großer Beruhigung setzte allerdings ein, sobald Herr Vogel mich fragte, ob wir uns sein Arbeitszimmer ansehen wollen. Vorfreudig betrat ich den kleinen, schmalen Raum. Auch hier war es sehr aufgeräumt, zugleich aber übersät von Yeti-Abbildungen an der Wand, kryptischer und Science-Fiction Literatur auf der einen Seite des Zimmers und unzähligen Ordnern, die mit allerlei mir noch unbekannten Wesen beschriftet waren, auf der anderen Seite. Ich hatte eine ungefähre Idee von dem, was ich in diesem Arbeitszimmer zu sehen bekäme, doch eine Vorstellung hatte ich nicht. Herr Vogel hatte sich auf unsere Begegnung vorbereitet und so lagen 5 Alu Koffer in verschiedenen Größen, auf ihre Präsentation wartend, auf dem Boden bereit. Auf die Frage Herrn Vogels, welchen der Koffer er zuerst für mich öffnen solle, reagierte ich verhalten. Ich hatte die Befürchtung, dass ich nun entweder richtig oder falsch antworten könne und davon einiges abhinge. Ich überließ ihm also die Wahl. Herr Vogel öffnete den ersten Koffer, es war der Größte. Im Arbeitszimmer begann sich ein unangenehmer Geruch auszubreiten, intensiv und streng. In dem Koffer lag auf Verpackungsmaterial gebettet ein dunkelbraunes, dürres, mumifiziertes Etwas mit geöffnetem Maul und Reißzähnen. Dies konnte nur ein vermeintliches Chupacabras sein. Die Erscheinung verriet schnell, dass es sich um eine Mischung aus Teilen verschiedener Tierpräparate und Gipsabformungen handelte, die zu einem Ganzen zusammengesetzt wurden. Doch ich freute mich nicht minder über den Anblick dieser Täuschung.


On April 29 in 2013 I went to Berlin to meet Hans-Jörg Vogel. Uncertain about how I should represent or imagine a cryptozoologist and who it will be who would finally expect me at 11 am on a Monday morning in Berlin-Pankow I drove towards his home address. After two unsuccessful contact attempts to two German cryptozoologists, all my hope lay in the meeting with Mr. Vogel, whose contact I had last received and who is the third of three German border scientists, who are serious about research in the field of cryptozoology or at least with a high degree sincerity. With a friendly smile Mr. Vogel welcomed me to his apartment which had nothing cryptic about itself at first. We sat down in his living room, talked for a few hours and drank tasteful filter coffee. Mr. Vogel is a kind person. The, I’m not sure whether it was a two or three room apartment, was very tidy and seemed in its cleanliness almost uninhabited. The bathroom seemed particularly suspicious to me. There was only a towel laid over the heater, almost like an alibi. In the living room I was almost disappointed by the fact that I could not find any pictures of Yeti drawings or other cryptides on the wall. But, as soon as Mr. Vogel asked me if I would like to go and take a look at his study, the feeling of great calming began. I entered the small, narrow room. It was very tidy as well but at the same time littered with Yeti pictures on the wall, cryptic and science-fiction literature on one side of the room and countless folders labeled with all sorts of unknown species on the other side. I had an approximate idea of ​​what I would see in this study, but I had no vision. Mr. Vogel had prepared for our meeting and so were five aluminium suitcases in various sizes awaiting their presentation on the ground. I reacted shyly when Mr. Vogel asked the question of which of the suitcases he should open for me to look at first. I was afraid that I could either answer right or wrong and that my answer depended on a lot. So I left him the choice. Mr. Vogel opened the first suitcase, it was the tallest. An unpleasant smell began to spread in the study, intense and severe. There was a dark brown, dry, mummified something in the suitcase with open mouth and teeth. This could only be a supposed Chupacabras. The appearance quickly revealed that it was a mixture of parts of different animal preparations and plaster impressions, which were put together into a whole. But I was not less pleased with the sight of this deception.

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